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Cornelie
Müller
Die Münchner Musik- und Theaterfrau Cornelie Müller erarbeitet
als Regisseurin musikalische Theaterstücke, ist als Geheime Klangrätin
unterwegs und bringt lange und kurze Saiten zum Klingen. Sie betreibt
außerdem ein
Büro
für Angelegenheiten.
Eine
Auswahl von Projekten
2010,
Die Nacht des Brokers - Kammeroper
Uraufführung: 22. Februar 2010, 20:30,
Muffathalle München,
weitere Aufführungen: 23. Februar 2010, 20:30, 24. Februar 2010, 20:30

Komposition: Christoph Reiserer, Libretto: Ralph Hammerthaler, Bühne &
Inszenierung: Cornelie Müller
Gesang: Cornelia Melián - Mezzosopran, Silke Warwitz - Sopran, Manuel
Warwitz - Tenor, Marcus Schmidl - Bass-Bariton
Kammerorchester: Miriam Heim - Klarinette, Johanna Varner - Cello, Bernd
Huber - E-Gitarre, Julia Schölzel - Klavier,
Stefan Eblenkamp - Schlagzeug
Musikalische Leitung: Heinz Friedl, Lichtgestaltung & Projektion: Michael
Bischoff, Kostüme: Claudia Jung
Gier steht im Zentrum des Werkes,
durchaus in unterschiedlichen Schattierungen: Geldgier, Sexgier,
Liebesgier. Aber auch die Gier nach Wissen, Information und Anerkennung.
Ein Geschehen zwischen Börse, Bar, Taxi und Schlafzimmer, zwischen
Erinnerung, Traumgespinst und Alltagswelt. Vier SängerInnen und fünf
MusikerInnen auf einer Drehbühne, die von Hand bewegt wird. Ein weiterer
musikalischer Akteur: ein Computersystem, das Noten nach eigenen Regeln,
die den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalmarkts entsprechen, generiert und den
Instrumentalisten unmittelbar auf ihre Laptopmonitore projiziert.
2009 / 2010 KLANGREDEN IN WEISS-GRÜN
Musikalisch-szenische
Installation zu Grete Weil mit einer Darstellerin (Sarah Camp), einem
Bläserquartett und Stimmen aus den Bäumen
in der
Seidlvilla, München, in der
Begegnungstätte Alte Synagoge Wuppertal
und
EIN RAUM FÜR GRETE
Klang-Installation zu Grete Weil
im
TamS-Theater,
München,
in der
Begegnungstätte Alte Synagoge Wuppertal

KLANGREDEN IN WEISS-GRÜN und EIN RAUM FÜR GRETE nähern sich
in unterschiedlicher Weise dem Leben und Werk der Schriftstellerin Grete
Weil (1906-1999). Ihr Schreiben ist geprägt von der Erfahrung des
existentiellen Bruchs, den ihr Leben als Tochter assimilierter jüdischer
Eltern aus wohlhabendem Haus durch Ausgrenzung und Verfolgung nach 1933 und
vor allem durch die Ermordung ihres Mannes Edgar Weil (Dramaturg der
Münchner Kammerspiele) in Mauthausen erfuhr. Sie emigrierte 1935 nach
Amsterdam, kehrte 1947 nach Deutschland zurück und lebte seit 1970 in
Grünwald. 2009 jährt sich ihr Todestag zum zehnten Mal. Textfragmente,
gelesen von Sarah Camp und
Sabine Kastius, die Musik Thomas Beimels
und die sehr unterschiedlichen Raumgestaltungen im Garten der
Seidlvilla, bzw. im
Tams-Theater
verbinden sich zu einer emotionalen Annäherung an eine große literarische
Zeitzeugin, die das Grauen des Nationalsozialismus fassbar zu machen suchte.
"... Sie wollte eine Annäherung, aber es ist viel mehr. Denn wo alles Licht
und Stimme und Klang ist, und der Blick nicht auf ein Konkretes gezogen
wird, da gleitet er suchend umher, wendet sich schließlich nach innen. ..."
Tina Schlegel, Abendzeitung, 27. 9. 2009
2008,
Cornelie Müller & Ute Völker
WEITE WEGE Fürbass mit Handörgeli und obligater Geige
Uraufführung, in der Fabrik ELBA, Wuppertal und bei
Starke Stücke '08,
München

Ein florales Stück Musiktheater mit Ute Völker (Akkordeon) und Cornelie
Müller (Geige)
Mehrfach spielerisch schreiten sie fürbass: mit Instrumenten, Gesang,
Texten und Aktion gestalten Cornelie Müller und Ute Völker ein
musikalisch-szenisches Geschehen, das auch im Enstehungsprozess weite Wege
gegangen ist.
Das musikalisches Material spannt seinen Bogen vom Norden Europas bis zu den
Alpen: Strukturen und Klanggebilde aus schwedischer und alpenländischer
Volksmusik werden zur Grundlage freier Improvisation. Nähe und Distanz der
beiden Musikerinnen und ihrer Instrumente bestimmen den spielerischen Umgang
mit Impressionen und Erinnerungen an Landschaften und deren Mythen.
Momentaufnahmen, gesammelt auf Wanderungen im Norden und in den Alpen,
verdichten sich zu Texten. Gefundenes bei Carl von Linné, aus Überliefertem
und Erfundenes verschränken sich zu Wortmusik. Die Weite der nordischen
Bergwelt und der Mächtigkeit der Alpen - weit voneinander entfernt – zeigen
in ihrer Natur Übereinstimmung und Nähe.
Das Szenenbild greift Ahnungen von Baum und Bäumen auf, dazwischen bewegen
sich die Musikerinnen im Grünen Salon – ganz nah und doch weit weg. Ich
warf einen Stein in den Nussbaum. Zwanzig Nüsse fielen herab. Ich brauche
nur eine.
2007, Und wenn wir dann soweit sind, können wir anfangen Kammeroper im Büro
Uraufführung,
im Euro-Trainings-Centre ETC, Mü

Und wenn wir dann
soweit sind, können wir anfangen ist eine
Kammeroper im Büro, die die Unmöglichkeit, ein Stück Musiktheater der
klassischen Moderne aufzuführen, zum Ausgangspunkt nimmt. Aus dem
Scheitern an Aufführungsrechten zu Francis Poulencs Tragédie en un acte LA
VOIX HUMAINE entsteht ein neues Stück, das die Situation vor Beginn einer
Aufführung festhält. Mit fragmentarischen Kompositionen von Christoph
Reiserer und Improvisationen des Ensembles zeigt die Inszenierung den
Moment, da die MusikerInnen die Bühne betreten wollen und der Dirigent den
Taktstock heben soll.
2005,
Schnappräuber von Ralph Hammerthaler
Uraufführung
im
ZKMax, Passage Maximilianstrasse/Altstadtring, Mü

In einem
maroden Feriencamp stimmt etwas nicht. Mrs. Clark, ihr Sohn Leo, Ed, Alice
und Sheila D. sind die einzigen Gäste. Und die Animateure, so genannte
Redcoats in roten Uniformen, lassen nicht nur ihre Dienste schleifen, sie
verspotten die Gäste und setzen ihnen handgreiflich zu. Jeder Nervenkitzel
ist willkommen. Bis am Ende ein lebensbedrohliches Roulette angedreht wird:
Amüsiert euch zu Tode.
Cornelie
Müller inszeniert Hammerthalers Theatertext in einer Spielblase aus
Kunststoff.
Schillernd wie Goldfische im Aquarium drehen und wenden sich die Figuren.
Die Worte purzeln aus ihren Mündern, stolpern, stürzen, überlagern und
verdichten sich, bis der Text zur Partitur einer wunderbaren Musik geworden
ist. Die Zuschauer sind - mitten im Geschehen - Teil der Szenerie. Der
reale, gestaltete Raum - Bühne und Zuschauerraum gleichermaßen - wird mit
Licht, Dia- und Videoprojektionen immer wieder zum Kippen gebracht. Aus der
Geschlossenheit der Situation gibt es kein Entrinnen.
2004 / 2005, LUFTSCHLOSS
-
Konzertantes Spektakel für einen Augenblick
im Hochbunker, Claude-Lorrain-Str.,
Mü, im Technischen
Rathaus, Mü,
in der Tonhalle Wil, Schweiz

Luftschloss wurde im Mai
2004 während der Umbauphase im ehemaligen Hochbunker an der Münchner
Claude-Lorrain-Straße uraufgeführt, im Februar 2005 im
Technischen Rathaus, München und im September 2005 in der Tonhalle Wil,
Schweiz während der Renovierungsarbeiten in jeweils neuer Form wieder aufgenommen.
Die Komposition für 8 Bratschen und einen Schlagzeuger verknüpft die
funktionalen Gegebenheiten und Klangmöglichkeiten des Bauwerks im Umbau mit
artifiziell gestalteter Musik und Abläufen, mit vorhandenen Zufälligkeiten
und klar gezeichneten Vorgängen: BauTraumwelten.
Die Inszenierung nutzt die räumlichen Gegebenheiten, die speziellen
Eigenheiten des Gebäudes, um für kurze Zeit einen Schwebezustand zwischen
Raum und Traum, zwischen Illusion und Vision erlebbar zu machen. Theatrales
Ereignis und Musik sind von der Raumsituation geprägt, ebenso wie die
sinnliche Wahrnehmung und Befindlichkeit des Publikums. Betörende Visionen,
Luftspiegelungen und exotische Welten werden beschworen. Dem Denken anderer
Welten wird Tür und Tor geöffnet.
Das Licht setzt Grenzen, schafft neue Räume. Stoffbahnen fallen von oben
herab und strukturieren den Raum, fokussieren den Blick des Zuschauers.
Worte werden projiziert. Schnee fällt. Ein Raum wird zum sinnlichen
Erlebnis.

2004 / 2006, Überall ist heiteres Tun
- Ein
musikalisches Kaleidoskop um Liesl Karlstadt im
TamS - Theater, Mü (Uraufführung), im
Zimmertheater Tübingen
Liesl Karlstadts brillante Verwandlungslust, ihr komödiantisches wie auch
schauspielerisches Können und ihre Musikalität sind Ansatz für die
theatrale Annäherung an eine komplizierte Bühnen-Künstlerin, die auch
heute noch oft nur in Zusammenhang mit ihrem Partner Karl Valentin gesehen
wird. Bausteine für dieses Kaleidoskop mit Musik sind Aufzeichnungen Liesl Karlstadts:
Schulaufsätze, Erinnerungen, Interviews, Briefe, Bühnentexte und Vorträge,
die sie selbst verfasst hat oder bei denen sie Mitautorin war. Die Musik dazu erklingt
mit Klarinette und Piccoloflöte, Vogelpfeiferl und Gesang, mal mond- und
sehnsüchtig unterm Lindenbaum, mal forsch mit Frohsinn im Viervierteltakt.
Und Frau K. erklärt uns gleich zu Beginn: "Sehr geehrte Hörerinnen und
Hörer! Wir beenden die Sendung, da der Inspizient leider verrückt geworden
ist."
WORT
FÜR WORT - eine Sprachsymphonie in 5 Sätzen
Wort für Wort verhandelt den Inhalt des Gesprochenen ebenso wie den
Klang und die Musik der Sprache. Wo, wie und wann werden Worte und Sprache
zu Musik ohne dass die Ebene des Sprechens verlassen wird. Worte verlieren
ihre semantische Bedeutung und werden zu Klangmaterial. Von der Musik
über die Sprache zum Klang und wieder zurück. Wort für
Wort ist ein Sprechgeflecht, eine Sprachsymphonie. Worte schaffen Werte.
Worte machen Musik.
2003,
KNITTEL:
EIN PAARTANZ (Wort für Wort IV)
Klanglandschaft mit Worten
von Wilhelmine von Hillern und Anna Stainer Knittel, Uraufführung im TamS
- Theater, Mü,
Wiederaufnahme beim Theaterfestival SpielArt im i-camp, Mü
und beim Theaterfestival
IMPULSE
in Nordrhein-Westfalen, Jan./Febr. 2004
dort ausgezeichnet mit dem Sonderpreis für "die Komposition und den
musikalischen Ansatz der Aufführung"
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Sowohl
der Mythos "Geierwally" als auch die Aufzeichnungen der
Tiroler Malerin Anna Stainer-Knittel , die ihm als Vorlage diente,
sind Bezugspunkt und Material für KNITTEL: EIN PAARTANZ.
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Auf
der Bühne agieren fünf singende Darstellerinnen und
ein Violaspieler. Wortüberlagerungen, simultanes Sprechen,
Wortmusik und Gesang haben entscheidende gestalterische Funktion. Die
Spiegelung der Identität von Anna Knittel in der Geierwally
und die Parallelität von Kunstfigur/ historischer Figur werden
spielerisch und musikalisch verarbeitet.
Die enge Zusammenarbeit von Regie und musikalischer Konzeption,
die der Wuppertaler Komponist, Musikwissenschaftler und Bratscher
Thomas Beimel übernimmt, ist Voraussetzung für diese
Arbeit am Rande von Musik und Sprache, von Erlebtem und Gedachtem,
von Schein und Künstlichkeit, von Märchen, Mythos und
Wirklichkeit.
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2002, LIEGEWIESE
IM WORTREGEN (Wort für Wort III)
- Monolog für fünf Stimmen und ein Streichquartett,
Kleine Georg Elser Halle, München
Drei leuchtende Körbe schweben über den Zuschauern. Fünf
Darstellerinnen erheben sich in die Lüfte, während ein Streichquartett
- Schubert spielend - auf der Erde zurückbleibt. Ein sanfter Redefluss
ergießt sich vielstimmig über die Gäste: Fragmentarisches Erinnern
an Erlebtes, gefundene und gesammelte Worte, Biographisches aus verschiedenen
Quellen, verwoben, verschoben und verknüpft zu einem fünfstimmigen
Monolog - im Austausch mit Musik und Motorengeräusch. Texte, Worte,
Stimmen, Körper schweben durch den Raum, tauchen auf, berühren
Auge, Ohr und Hirn, verflüchtigen sich, hinterlassen Bilder, Gedanken,
Bruchstücke, die sich nach und nach zu einem Ganzen fügen.
"...Doch die höchste und erste Quelle des Müllerschen
Lauttheaters bleiben die hackenden, prügelnden, streichelnden Stimmen....Und
am Ende ist es so, als wären im nebelig stiebenden Regen ein paar
Elfen vorübergezogen. Kluge zumal. Zupackende auch." Sabine
Leucht, Südd. Zeitung, 18. 2. 2002
2002, Aquaculi
- Musik geht baden
Inszenierung eines Schwimmbads,
Produktion Partita Radicale, Wuppertal
2001, Waldrieserl
(Wort für Wort II)
- Installation im Dickicht von Blättern &
Geplätscher, TamS - Theater am Sozialamt München und Skulpturenweg
Schwemmkanal, Oberösterreich
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"Bei
dieser wunderbar zwielichtigen Performance ist nichts sicher, aber
auch das nicht ganz gewiss....Dieses Stück erzählt traumhaft
sicher vom Verlust der Eindeutigkeit und von der vergeblichen Definitionswut... Selten
war es so erhellend, die Orientierung zu verlieren."
Gerhard Summer, Südd. Zeitung, 27./28.10.2001
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2001, Blaupause
(Wort für Wort I)
- Ein Sprechgeflecht in mehreren Abteilungen, Gloria
Filmpalast, München, im Rahmen von kino24
"Samstag,
4 Uhr: Dank Münchens hellhöriger Musik- und Theaterfrau Cornelie
Müller sind wir endlich für eine Stunde unmittelbar am Puls
der Zeit..."Beim nächsten Ton ist es...!" flüstert
es irgendwo verheißungsvoll, dann nochmal und nochmal, bis das Echo
zu einem brausenden Stimmengewirr aus Minuten- und Sekundenzahlen anschwillt...
"
Silvia Stammen, Südd. Zeitung, 23. 4. 2001
2001, Rasplwerk
& Luftmusik
zusammen mit Ute Völker, TamS - Theater am Sozialamt,
München und 2001 beim Linz-Fest, Oberösterreich
2000, HAUSMUSIK
IM GARTEN
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Durchsichtiges
auf einer Insel. Sehnsüchtiges von fünf MusikerInnen aus
und in sechs Häusern, Praterinsel, München und 2001 im
Rathausinnenhof in Dingolfing
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1999, LEISER
EINZELGESANG (mit Pfiff)
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Eine
Annäherung an die Münchner Vortragskünstlerin Bally
Prell. Szenische Installation für zehn SpielerInnen in sieben
Gehäusen
Celibidache-Forum-Gasteig, Seidlvilla München
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1998, HALTAMALSTILL
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Ein
Stück Bewegung. Geflüster in drei Abteilungen für
zehn SpielerInnen auf einer Bühne, die ins Wanken gerät.
Kulturzentrum Einstein, Gasteig München
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