wunder[bar] - den letzten zug verpasst

ein Singspiel mit Texten von Michael Ende

mit: Katja Lechthaler, Sigrid Moser, Christoph Naleppa

Eine Frau verpasst den Zug. Jeden Tag. Doch heute ist alles anders - der Zug ist zum letzten Mal gefahren, er ist abgeschafft worden. Sie geht wie immer in ihre Liebingsbar am Bahnhof. In Plaudereien und Liedern über Giganten, Seiltänzer, eine Papierliebe, einen vor Hunger schlaflosen Wolf entstehen alte und neue Räume, in denen sie sich verliert, sich sucht, sich entdeckt. Schließlich steht sie vor der Entscheidung, an den ihr vertrauten Ort der Bar zurückzukehren oder einen anderen Zug zu nehmen. Ausgangspunkt zu „wunder[bar] - den letzten zug verpasst" sind Liedtexte von Michael Ende aus seinem Buch „Trödelmarkt der Träume". Mittels eindrücklicher Geschichten und überraschender Bilder wird von tiefgreifenden menschlichen Erfahrungen erzählt. Die Texte lassen dabei immer Freiraum für Musik. Die Geschichten und die von Sigrid Moser dazu komponierte Musik führten zu einem „Seelen-Ort", an den man sich gerne zurückzieht, wenn man in Schwierigkeiten ist.

"Zauderballaden. Ein Singspiel über das Vergessen und Versäumen im TamS. Man kann ja gar nicht mehr schnell genug sein, es ist nicht die Zeit für Zauderer. Also genau die richtige Zeit für die Geschichte von einer, die Tag für Tag den gleichen Zug verpasst. In der Bahn- hofsbar, in der ein Musiker (Christoph Naleppa) vergebens auf ein Bier wartet, trifft sie eine Bar- frau (stimmstark: Sigrid Moser), die eine Kiste mit vergessenen Dingen öffnet. Sie erzählen und singen von einem Mann, der unsichtbar wird, weil ihn keiner gern hat, einem Seiltänzer ohne Seil, einem schlaflosen, schafezählenden Wolf. Witzig-weise, frei von Kinderliederlustigkeiten vertonte Balladen von Michael Ende (Musik: Sigrid Moser). Unter der Regie von Carlo Magaletti ge- lingt im TamS ein feines Singspiel voll leiser Komik. „wunder[bar] - den letzten zug verpasst" ist ein kleiner, zärtlicher Abend über das Ver- säumen, Verlieren, Verpassen und die kostbaren Augenblicke, die daraus erwachsen können. Das Wunderbarste aber ist Katja Lechthaler. Sie spielt dieses zarte Fräulein, das sich in die Gegenwart verlaufen hat, mit kluger Sparsamkeit, präzisen Akzenten und einem eigenwilligen Zauber. Wie sie als verstörtes, verlorenes Menschenkind die Welt anstaunt, ist eine Freude anzuschauen. Und wenn sie am Ende geht, um doch noch einen Zug nach irgendwohin zu nehmen, dann mag man sich gar nicht von ihr verabschieden."
P. Hallmayer, SZ, 26.09.2005